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Eine Familienbande und die Magie der Augenblicke: „Wir können einfach immer so sein, wie wir sind“

 

Die Magdeburger Familie Dücker lässt sich seit 2008 jedes Jahr von Fotograf Rayk Weber in Szene setzen – und genießt es.

 

Seit zehn Jahren gehört ein Shooting beim Rayk-Weber-Team für Familie Dücker zum festen Termin im Kalender. Nicht nur die Magdeburger Familie hat sich in dieser Zeit verändert – das einstige Hochzeitspaar Carina und Jan, das 2008 seine Premiere vor Rayks Kamera hatte, ist mit den Kindern Severin (8) und Helene (5) größer geworden – auch der Fotograf selbst hat sich und seine Arbeit verändert. Was bewegt eine Familie dazu, jedes Jahr aufs Neue ein Shooting zu machen? Wie kann die Nähe der Familie überhaupt auf Fotos gebannt werden? Wie privat kann es vor der Kamera werden? Und warum gehen die Vier immer wieder zum Rayk-Weber-Team?  Ein Gespräch über die Zeit, über Erinnerungen und die Leichtigkeit des Fotografiert-Werdens.

 

Wie seid Ihr zu Rayk Weber gekommen?

Jan: Wir planten damals unsere Hochzeit und suchten einen Fotografen. Den Namen Rayk Weber kannten wir durch den „Hautfreundlich“-Kalender, von dem wir immer mal etwas gelesen hatten.  Auch Kollegen in der Firma hatten den Namen hin und wieder erwähnt.

Carina: Wir hatten im „Café Flair“ gefrühstückt – dort hingen zufällig gerade Bilder von Rayk. Wir schauten spontan im Internet, wo das Atelier ist und fuhren hin. Rayk war uns sofort sympathisch, weil er sehr offen, ist und sofort bei uns war, obwohl wir ja nun wirklich völlig unerwartet bei ihm hineingeschneit sind.

Jan: Er hatte sofort sehr gute Ideen für unsere Hochzeitsbilder. Rayk hat beispielsweise die Gästefotografien angesprochen, daran hatten wir noch gar nicht gedacht, weil wir eher die klassischen Paar-Bilder im Kopf hatten.

Was für Fotos sind dann bei Eurer Hochzeit entstanden?

Carina: Traumhaft schöne.

Jan: Natürlich sind auch die klassischen Paar-Bilder entstanden, aber eben auch Fotos von der Feier in der Kirche in Prester. Und Rayk hat Gäste einzeln fotografiert, wie vor einer Fotowand. Das sind bis heute sehr schöne Erinnerungen für uns.

Ihr macht seitdem jedes Jahr ein Fotoshooting mit dem Rayk-Weber-Team. Wieso?
Jan:
Ja, es gab nur ein Jahr Pause, weil Severin damals zu klein war. Mit den Fotos können wir vor allem die Entwicklung der Kinder gut nachvollziehen. Wir haben als Hochzeitspaar zu zweit begonnen, wenig später war dann Severin da und später kam dann Helene dazu. Wir sind eine Familie geworden, erleben, wie die Kinder sich entwickeln. Solange die Kinder das gern möchten, werden wir weiter jedes Jahr ein Shooting machen.

Carina: So haben wir aus jedem Jahr, das wir als Familie erleben, schöne Fotos von uns allen. Wenn man selbst fotografiert, sind meist nicht alle auf den Fotos zu sehen. Auch die Qualität ist natürlich nie so, wie die, die wir beim Familienshooting erhalten.

Werdet Ihr beiden denn gern fotografiert?

Helene: Ja!

Severin: Ja, ich mag es, weil ich meistens lächle, wenn ich in die Kamera schaue. Und ich lächle gern.

Was macht Ihr mit den Fotos? Ist das jährliche Shooting für Euch auch eine Art, die Erinnerung zu manifestieren? 

Jan: Viele Fotos, die Rayk von uns gemacht hat, hängen bei uns im Flur direkt nebeneinander. Das ist einfach schön. Wir wollen jetzt noch einen Aufgang weiter mit Familienfotos bestücken. Wenn sie so nebeneinander hängen, können wir natürlich gut vergleichen und sehen, wie sich vor allem die Kinder verändern. An jedes Bild und jedes Jahr sind Erinnerungen geknüpft. Beim Blick auf die Fotos kann man sie leichter abrufen. Auch darum machen wir das immer wieder.

Carina: Wenn ich auf die Fotos blicke, erinnere ich mich oft aktiv an Einzelheiten. Sie geben mir oft gedankliche Anstöße. Dann fällt  mir

wieder ein: „Ach, da konnte Severin das …“, „… da konnte Helene schon …“, so etwas in der Art. 

Seid Ihr vor der Kamera eher zurückhaltend oder offen?

Carina: Ich lasse mich eigentlich nicht so gern fotografieren. Darum war ich anfangs auch immer aufgeregt. Rayk ist zum Glück sehr locker und hat immer einfach angefangen und mir damit die Hemmungen genommen.

Haben sich Aufregung vor dem Shooting und die Abneigung, vor der Kamera zu stehen, ein bisschen gelegt in den vergangenen zehn Jahren?

Carina: Ja, wirklich, meine Einstellung hat sich verändert. Ein Shooting ist für mich zu etwas Normalem geworden. Ich freue mich sogar darauf und kann mich fotografieren lassen, ohne aufgeregt zu sein. Bei den Shootings mit Rayk kann ich einfach so sein, wie ich bin. Ich muss mich nicht aufstylen oder verändern. Rayk nimmt uns so, wie wir sind und die Ergebnisse haben immer genau das getroffen, was wir wollten.

Wie ist das überhaupt mit den „Regieanweisungen“ bei Euren Shootings?

Carina: Es gibt kaum welche, das ist das Schöne. Wer nicht lachen möchte, macht es auch nicht. Vielleicht soll man sich mal gerade hinstellen oder Details beachten, die einfach für das Bild besser sind, aber sonst bewegt man sich so, wie man es möchte. Ich fühle mich nie eingeschränkt.

Jan: Ich bin zwar grundsätzlich lockerer beim Fotografieren, aber ich empfinde es auch so. Natürlich „arrangiert“ uns Rayk auch beim Termin, aber das macht er eben gut, weil man sich immer authentisch fühlt. So besteht nie die Gefahr, dass man sich am Ende nicht wiedererkennt. Letztlich profitieren wir immer von den Vorstellungen, die Rayk hat, weil wir selten welche haben. Wenn wir doch mal mit Ideen kommen, geht er sofort darauf ein.

Carina: Manchmal fällt uns während des Shootings etwas ein, was wir gern machen möchten, das greifen Rayk und sein Team, wenn es irgendwie geht, auch spontan auf.

 

Ihr habt den Vergleich: Hat sich Rayk in den zurückliegenden Jahren als Fotograf verändert? 

Jan: Ja, sicher, wir merken jedes Mal deutlich, dass er „hungrig“ ist, dass er sich weiterbildet, dass er sein Spektrum erweitert. Stark geprägt haben ihn seine Reisen, das hören wir aus den Erzählungen und merken es auch daran, dass er bestimmte Techniken neu oder anders einsetzt. Unser Miteinander war von Anfang an locker, und so ist es auch geblieben.

Carina: Ich mag die Atmosphäre, die bei der Arbeit mit ihm und seinem Team entsteht, die hat sich nie verändert. Wir sehen uns nur ein Mal im Jahr, aber wir brauchen nie eine große Anlaufphase. Alles ist völlig unkompliziert. Wir müssen kein Eis brechen, alle fühlen sich sofort wohl, auch die Kinder. Für Severin und Helene gehört der Shooting-Termin einfach zum Familienjahr dazu.

 

 

Wie lange dauert ein Familienshooting bei Euch?

Carina: Das eigentliche Fotografieren dauert nicht länger als zirka eine Stunde. Wenn wir an drei oder vier verschiedene Orte fahren, dann kommt natürlich noch ein bisschen Vorbereitungszeit dazu.

Wo habt Ihr Euch schon fotografieren lassen? Und wie wählt Ihr die Kulissen aus? 

Jan: Wir lassen uns gern draußen fotografieren, weil alles offen und natürlich ist, was zu uns passt. Wir waren schon im Stadtpark oder im Elbauenpark unterwegs. Das vorige Shooting hatten wir bei uns zu Hause, das war auch sehr schön. Meist macht das Team uns vor dem Termin Vorschläge, und bisher fanden wir alle gut. 

 

Ist denn auch schon mal ein Shooting komplett in die Hose gegangen?

Carina: Als Helene drei Jahre alt war, hatte ich Bedenken, weil sie keine Lust hatte. Glücklicherweise hatten wir ihr Lieblingskuscheltier mit. Rayk hat sofort reagiert und so getan, als ob das Kuscheltier der Fotograf ist und schon lief es. Also, nein: Es gab noch kein Shooting, das nicht funktioniert hat.

Vor einem Familienshooting spricht das Team ausführlich mit den Menschen darüber, was auf sie zukommt, entfällt das bei Euch inzwischen als erfahrene Familie?

Jan: Stimmt, am Anfang haben wir immer sehr ausführlich die Termine besprochen, und das war auch gut so. Wenn man noch nicht so richtig weiß, was auf einen zukommt, möchte man sich gern damit vorher auseinandersetzen und ein gutes Gefühl vermittelt bekommen. Inzwischen machen wir das nicht mehr so ganz ausführlich. Wir kennen das Team, und es kennt uns. So passt das.

 

Wird den Kindern nicht langweilig beim Shooting?

Carina: Den Eindruck hatte ich noch nie. Sie spielen eine große Rolle beim Shooting und freuen sich ja auch schon vorher darauf. Wenn alles vorbei ist, freuen sie sich auf die Fotos. Wenn Rayk anruft und sagt „Ihr könnt die Bilder auswählen“, dann sind die Kinder ganz aufgeregt.

Sagt doch mal selbst, Ihr zwei: Was macht Ihr denn am liebsten, wenn Rayk fotografiert?

Severin: Lächeln.

Helene: Ich mache am liebsten Quatsch.

 

Wie funktioniert das mit der Auswahl der Fotos?

Carina: Nach etwa einer Woche ruft uns Rayk an oder mailt uns, und wir können in der „Galerie“ die Fotos anschauen. Daraus können wir uns dann welche auswählen. Wir nehmen immer eine bunte Mischung, weil wir ein paar auch an die Familie verschenken. Die lebhafteren Motive, wie die mit dem angedeuteten Indianergebrüll, bekommen Cousins und Cousinen, die klassischen Familienfotos geben wir an die Omas und Opas weiter.

 

 

 

 

 

 

Familienfotos sollen auch Nähe ausstrahlen, die nur in einer vertrauten Stimmung erzeugt werden können. Wie kriegt man die bei einem Shooting hin?

Carina: Das klappt vor allem durch die ungezwungene Atmosphäre. Rayk ist erfrischend normal und auch Judith und Kuschel, die immer dabei sind. Alle gehen immer gleich auf die Kinder ein. Meist macht Rayk dann ein paar Fotos am Anfang, zum Aufwärmen. Er fängt schon mal an zu fotografieren, obwohl das Shooting offiziell noch gar nicht begonnen hat. Auch dabei sind schon tolle Bilder entstanden, wie Severin Schokolade isst oder Jan mit den Kindern am Küchentisch sitzt. Dass Rayk in diesem Moment schon fotografiert hat, hatten wir in solchen Fällen meist noch gar nicht gemerkt.

 

Welche Fotos findet Ihr am besten?

Jan: Das ist schwer zu sagen, weil es wohl eine Frage des Augenblicks ist, wann man welche Fotos gut findet.

Helene: Ich finde, am besten sind die, wo wir alle vier drauf sind.

Severin: Die Schattenbilder vom letzten Shooting waren toll. Und ich finde schön, wenn wir alle vier in Schwarz-Weiß zu sehen sind.

Carina: Ich habe früher gedacht, die schönsten Fotos sind die, wo alle in die Kamera schauen. Rayk hat uns häufiger animiert, nicht zu ihm, sondern zu einem anderen  Ziel zu blicken. So sind auch Bilder entstanden, auf denen wir beispielsweise von der Seite zu sehen sind. Mit der Zeit finde ich diese Bilder sehr interessant und manchmal schöner, als wenn alle direkt schauen. Es liegt eher daran, wie man uns als Gemeinschaft „einfängt“, nicht, dass wir alle den Betrachter anstrahlen. Wenn ich uns erkenne, wie wir sind, dann ist es ein gutes Foto. 

 

 

 

 

 

Vielen Dank für die Zeit und das Interview.

Das Interview führte Manuela Bock