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Interview mit Rayk

„Sei ein guter Zuhörer: Höre auch mit den Augen!“

fotograf magdeburg studio portrait

Wieso bist Du Fotograf geworden?
Ganz einfach: Ich habe aus meinem Hobby eine alltägliche Erfüllung gemacht. Ich bin gern in meinem Alltag.

Woran hast Du beim Fotografieren am meisten Spaß?
Die Fotografie erfüllt mir vier Lebensansprüche.

  1. Ich muss kreativ sein, sonst fühle ich mich nicht wohl. Fotografie kann dabei ein schnelles Umsetzungsmedium sein: Idee! Klick! Freude. Zufriedenheit.
  2. Fotografie ist kein „Nine to five“-Job, bei dem ich mir nach der Arbeit selbst solche Fragen stelle: „Warum habe ich das heute getan?“ „Warum mache ich das überhaupt?“ Es gibt sehr ruhige Tage. Und dann gibt es diese Powerzeiten mit 12 Shootings an zehn Tagen.
  3. Ich treffe viele Menschen und lerne ihre Geschichten kennen. Mir wird Vertrauen entgegengebracht. Ich lerne, die Menschen zu lesen. Ich liebe diese Zwischenmenschlichkeit. Es ist immer etwas los.
  4. So lange ich mich bewege, habe ich beste Chancen, mir mit Eigeninitiative Glücksmomente zu schaffen.

Blickst Du anders auf die Welt, die uns umgibt, als andere Menschen?
Seitdem ich als Fotokünstler tätig bin, kann man mich jederzeit irgendwo absetzen und ich beschäftige mich mit Beobachten. Ich erfreue mich daran, es wird nie langweilig. Ich gehöre zu den Menschen, die über eine Wiese laufen und die unerwartete Schönheit der kleinen Blume erkennen.

Hast Du immer eine Kamera dabei?
Nein habe ich nicht. Auch nicht im Kofferraum vom Volvo. Da halte ich es wie mit einer guten Lebensbeziehung: Man muss sich immer wieder Momente schaffen, auf die ich man sich freuen kann.

Was sagst Du Menschen, die sich nicht gern fotografieren lassen?
Ich frage nach dem Warum, nach den Erfahrungen. Den Ängsten und wo sie herkommen. Dann gebe ich meine Antworten und mein Versprechen. Das motiviert die Menschen meistens. Unser Team bringt viel positive Energie mit und verschafft den Menschen eine andere Erfahrung mit der Fotografie.

Du produzierst unter anderem die Kalenderreihe „Hautfreundli.ch“: Was fasziniert Dich an diesem Projekt?
Am Anfang war es nur eine Spinnerei und eine Suche nach dem Weg, der nach vorn führt. Ich wollte ein Medium haben, das andere Kollegen nicht haben. Meine Mutter dachte anfangs tatsächlich, ihr Sohn möchte damit nur Frauen kennenlernen. Mittlerweile ist der Kalender unser Imageprodukt, weil er regional zum Kultobjekt geworden ist. Und seit drei Jahren wird er deutschlandweit auch als Lizenz vertrieben. Für mein Team und mich ist es die kreative Spielwiese, fernab vom Auftragsalltag. Wir können gemeinsam ein Projekt umsetzen – und das Jahr für Jahr. Wir lernen, wir haben Spaß, und es gibt ein „Wir“ in diesem Projekt. Nach all den Jahren gebe ich meiner Mutter auf gewisse Art und Weise recht: Ich lerne das menschliche Wesen, auch die Frauen, in vielen Lebenszügen kennen. Ich bin dankbar für dieses Kalenderprojekt.

Was inspiriert Dich?
Die amerikanische Soap vor dem Einschlafen. Das Roller fahrende Model, wenn es mit dem Helm zum Kaffeetrinken kommt. Ein Gespräch mit einem Menschen. Lichtstrahlen, die durch die Schatten der Hochhausschluchten durch Manhattan fallen. Oder traurige Menschen, die ich mit Portraits glücklich machen kann. Die Wünsche und Sehnsüchte der Menschen. Kurzgesagt: das Leben.

Spielt der Zufall bei Deinen Arbeiten eine Rolle oder ist alles geplant?
Ohne Planung landen wir im Chaos. Ohne Zufall werden wir nicht glücklich. Die Effektivität besteht aus beidem.

Was möchtest Du gern noch fotografieren?
Auf Island würde ich gern eine Natur- oder eine Modelserie shooten. Bei weiteren Reisen über die Kontinente würde ich gern meine geplanten Ausstellungen „Auf der Suche nach Liebe…“ bereichern. Und dann noch mindestens eine Serie für den Playboy – egal wo.

Wer ist Dein Vorbild?
Ich mag die Arbeit von Helmut Newton.

Welche Zitate magst Du besonders?
„Sei ein guter Zuhörer: Höre auch mit den Augen!“, „Wer sich Mühe gibt, der bekommt eine Chance im Leben.“ Und noch ein Spruch eines sehr guten Freundes: „Eine der ansteckendsten Krankheiten ist die Weber-Euphorie.“

Beschreibe bitte kurz Deinen beruflichen Weg!
1975: in Magdeburg geboren

1994: Abitur in Magdeburg

1996: Entstehung des auslösenden Ursprungsfotos (Model: damalige Freundin)
1998: Praktikum in den USA
1999: erste Personalausstellung
2000: offizielle Anmeldung als Fotokünstler beim Finanzamt
2000: erster Kalender Hautfreundli.ch
2001: Praktikum in Zürich
2002: Gründung des Rayk-Weber-Teams
2003: Erfolgreicher Abschluss (Magister Artium) an der „Otto-von-Guericke“ Universität Magdeburg – Hauptfach: Politikwissenschaft.

2004 – 2010: Die Weiterentwicklung und der Überlebenskampf eines Fotokünstlers im ganzen normalen Wahnsinn des Alltags

2011: Coachings mit den internationalen Größen Mike Larson & Greg Gorman
2012: erste fest angestellte Assistentin
2012: Premiere der Ausstellung „Mr. Weber in New York“ in Berlin
2013: Coaching beim besten ausgezeichneten europäischen Studiofotografen Hank van Kooten

2013: 15. Kalender Hautfreundli.ch
2014: Eröffnung des neuen Ateliers mit Galerie

2015: Premiere der Ausstellung „Mr. Weber in New York“ in der Heimatstadt Magdeburg

2016: Premiere der Indien-Ausstellung „Schönes Herz. Die Reise mit Zuman.“ in der Heimatstadt Magdeburg

2016: Rhodesian Ridgeback Leonard Carlo II. zieht ins Atelier ein

2016: Premiere der Miet-Ausstellung „Auf der Suche nach Liebe. Eine kleine Weltreise.“ im MVZ Herderstrasse in Magdeburg

2017: Premiere der Reise-Akt-Ausstellung „Symbiose. Reisen ist auch Akt.“ in der Heimatstadt Magdeburg

2018: 20. Kalender Hautfreundli.ch

Interview: Manuela Bock (manuFAKTur)

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